Rolf Zuckowski Album leiseStärke
01 In all den Jahr'n
02 Gib mir mehr davon
Gib mir mehr davon
03 ... folgt ...
04 ... folgt ...
05 Für dich
06 ... folgt ...
07 ... folgt ...
08 Mein Fluss
Mein Fluss
09 Willkommen im Zirkus
Willkommen im Zirkus
10 Ein Lächeln
Ein Lächeln
11 Wenn das Jahr zu Ende geht
Wenn das Jahr zu Ende geht
12 Vogel ohne Flügel

In all den Jahr’n

Musik und Text: Rolf Zuckowski

Du warst in meinem Konzert ein Kind in der Menge,
ein Foto, ein Autogramm, ein Blick im Gedränge.
Meine Lieder erfüllten dein Herz,
sie waren dein Leben,
und du hast mir von deinem Glück
ein Stück abgegeben.

Wenn wir uns wiedersehn,
glaubst du, die Zeit blieb stehn,
und doch ist so viel geschehn
in all den Jahr’n.

Mit 17 Jahren hast Du an mich geschrieben,
in deinem Herzen wärst du ein Kind geblieben.
Ich wär mit meiner Musik dein Lebensbegleiter,
meine Lieder machten dir Mut und es geht immer weiter.

Wenn wir uns wiedersehn ...

Gestern Morgen bist du mir noch mal begegnet,
mit deinem Kind auf dem Arm, gestresst und verregnet.
Dein Blick, gleich wieder vertraut, es war kaum zu glauben,
wie du sagtest "Ich schaff das schon",
mit lachenden Augen.

Es ist so viel geschehn in all den Jahr’n.
Es ist so viel geschehn in all den Jahr’n.
In all den Jahr’n ...


Verlag: Musik für Dich Rolf Zuckowski OHG

Gib mir mehr davon

(Deutscher Subtext: Michael Kunze)
Bearbeitung: Rolf Zuckowski

Originaltitel:
SING YOUR FREEDOM SONG
(Text und Musik: Frank Morgan)

Kaum auf dieser Welt, wird es dir schon klar:
Was du gerne hast, das ist ziemlich rar.
Schmeckt das Essen auf dem Teller mal besonders fein,
ist schon bald nichts mehr da und es hilft kein Schrei’n.

Gib mir mehr davon, gib mir mehr davon,
etwas mehr als vorher, das vertrag ich schon,
es gefällt mir so sehr, dass ich mich dran gewöhn,
Gib mir mehr, gib mir mehr, denn es ist so schön.

Wenn du 20 bist, gehst du abends aus,
du verliebst dich wie noch nie, doch sie muss nach Haus,
und im Auto sitzt ihr lange noch vor ihrer Tür
und dann küsst du sie heiß und du sagst: "Bleib bei mir!"

Wenn du 30 bist, schaffst du dir was an,
es zählt nur noch der Job und der Tag ist lang,
denn das angenehme Leben wird mit Geld bezahlt
und du denkst: "All der Stress für das bisschen Gehalt!"

Gib mir mehr davon...

Wenn du 40 bist, bist du mittendrin,
deine Frau und deine Kinder sind dein Lebenssinn,
ihr habt Krisen überwunden und ein Haus gebaut
und euch oft voller Glück in die Augen geschaut.

Wenn du 50 bist, hast du’s weit gebracht,
nun du kannst endlich tun, was dir Freude macht.
Eure Kinder lassen euch am Abend oft allein,
und du sagst: "Liebling komm, schenk uns noch einmal ein".

Gib mir mehr davon...

Wenn du 60 bist ist es sonderbar,
du ertappst dich beim Erzähln, wie schön es früher war,
dabei wartet doch bestimmt noch so viel auf dich,
doch dein Blick in die Zukunft verändert sich.

Wenn du 70 bist, denkst du gern zurück,
du genießt mit deinen Lieben manchen Augenblick,
hast es oft nicht mehr so leicht, doch du gibst nicht auf,
und schaust nur manchmal heimlich zum Himmel hinauf

Gib mir mehr davon...


Verlag:
© 1975 für die USA: GIL Music Corp./Bandora Music für die Welt ex. USA: Ambassador Music Ltd für Deutschland, Österreich, Schweiz: Moorea Music Ulrike Schön eK

Für dich

Musik und Text: Rolf Zuckowski

Werde für dich fröhlich sein,
mich jeden Tag des Lebens freun,
werd meine Lieder singen
und hör dich in ihnen klingen.

Werd für dich die Blumen sehn,
am Strand für dich spazieren gehn,
sag Wolken, Sonne, Mond:
Deine Zeit in dieser Welt
hat sich gelohnt.

Bist nicht mehr da und doch noch hier,
ich bin und bleib ein Teil von dir.
Hast mir so viel gegeben,
nun werd ich auch für dich leben.

Werde für dich fröhlich sein ...

Dein Herzschlag pocht in meinem Blut,
meint es mit mir noch immer gut,
mein Lachen und mein Weinen
wird uns zwei immer neu vereinen.

Seh mich noch an deiner Hand,
so weit entfernt vom Kinderland.
Kinder werden groß,
ich lass dich los.

Werde für dich fröhlich sein ...

Verlag: Musik für Dich Rolf Zuckowski OHG

Mein Fluss

Musik und Text: Rolf Zuckowski

Du weißt, wo die Riesen sind,
spielst mit ihnen wie ein Kind,
liebst den Regen und den Wind.
Du bist mein Fluss.

Sammelst dich vorm Wasserfall,
findest Freunde überall,
stürzt dich kühn hinab ins Tal.
Du bist mein Fluss.

Bald schon wirst du aufgestaut,
an deinen Ufern wird es laut,
manches Schiff für dich gebaut,
schwere Last dir anvertraut.

Die Landschaft wird dein Meisterwerk,
der Weise fühlt sich wie ein Zwerg,
beim Blick hinauf zum höchsten Berg.
Du bist mein Fluss.

Manche Burg und manches Schloss
sah stolze Ritter, hoch zu Ross
verlorne Schlacht, geschundner Tross,
Blut, das in dir floss.

Manche Stadt wird dir geweiht,
hat ihre Blüte, ihre Zeit,
dein Wasser fließt durch Freud und Leid,
Vergänglichkeit.

Hast das Leben uns geschenkt,
unser Schicksal stumm gelenkt,
Demut spürt, wer das bedenkt.
Du bist mein Fluss.

Wirst zum Strom, nimmst deinen Lauf,
bald dringt die Flut zu dir hinauf,
die große Mutter nimmt dich auf.
Leb wohl mein Fluss.
Die große Mutter nimmt dich auf.
Leb wohl mein Fluss

Verlag: Musik für Dich Rolf Zuckowski OHG

Willkommen im Zirkus

Musik und Text: Rolf Zuckowski


Willkommen im Zirkus!
Die Welt ist zu Gast im Zirkus,
voller Artisten,
Gaukler und Optimisten.

Auf großen Plakaten
wird draußen nicht viel verraten,
doch keiner hier drinnen
kann der Magie entrinnen.

Beglückte Gesichter
im Meer der Farben und Lichter,
bestaunen den Trubel,
Applaus, Getrampel und Jubel.

Ein Schaukeln und Springen,
alles scheint zu gelingen,
doch ein Griff daneben –
zurück ins irdische Leben.

Willkommen im Zirkus ...

Der Clown auf der Leiter
will hoch hinaus, immer weiter,
er greift nach den Sternen,
die sich nur weiter entfernen.

Dem Löwenbezwinger
genügt ein Wink mit dem Finger,
er zeigt keine Schwächen –
es könnte sich rächen.

Willkommen im Zirkus ...

Sie leben ihr Leben,
wie Engel, die schweben,
wie stürmische Reiter,
der Zirkus geht weiter.

Es lebe der Zirkus!

Verlag: Musik für Dich Rolf Zuckowski OHG

Ein Lächeln

Musik und Text: Rolf Zuckowski

Kein Wort mehr, nur noch Blicke, die zerstören,
ein Schweigen, das die Seele uns zerreißt.
Zwei Herzen haben ihren Takt verloren.
Was haben wir gemacht?
Wer hätte das gedacht?

Ein Lächeln wär schon viel, dein Lächeln.
Weißt du noch, wie es ist, mein Lächeln?
Warum ist es so schwer,
hält uns denn gar nichts mehr?
Als wenn da einfach nichts gewesen wär.

Wir dachten, man kann über alles reden,
doch dann sah’n wir das andere Gesicht.
Gefühle, über Nacht zu Eis gefroren.
Was haben wir verpasst?
Wird so aus Liebe Hass?

Ein Lächeln wär schon viel ...

Vielleicht stehn wir uns nochmal gegenüber
und sehn uns mit vertrauten Augen an,
noch einmal fährt der Blick in unsre Seele,
noch einmal du und ich,
die Wunden schließen sich.

Ein Lächeln wär schon viel ...

Dein Lächeln ...
Mein Lächeln ...
Dein Lächeln ...

Verlag: Musik für Dich Rolf Zuckowski OHG

Wenn das Jahr zu Ende geht

Musik: Alexander Zuckowski und Justin Balk
Text: Alexander Zuckowski, Justin Balk, Rolf Zuckowski

Der Champagner kalt gestellt,
alles ist bedacht - Silvesternacht,
und draußen glänzt der Schnee.

Ein neues Jahr steht vor der Tür,
das alte sagt ade, Zeit für
ein erstes Resümee.

Ich hab gelebt,
geliebt, geweint, gelacht,
hab manchen Traum
zur Wirklichkeit gemacht.
Und ich spür,
wie die Welt kurz innehält, still steht,
wenn das Jahr zu Ende geht.

Ich nahm so manchen Sturz in Kauf,
doch nur, um dann wieder aufzustehn,
ein neues Ziel zu sehn.

Tag für Tag verging das Jahr,
zog im Flug vorbei, es wird Zeit,
sich noch mal umzudrehn.

Ich hab gelebt ...

Ich hab gelebt,
gewonnen und verlorn,
stand vor dem Nichts
und wurde wieder neu geborn.

Jetzt steh ich hier
und ich fühle, wie der Sturm sich legt,
wenn das Jahr zu Ende geht,
wenn das Jahr zu Ende geht.


Verlag: Songreiter, Musik für Dich Rolf Zuckowski OHG

Vogel ohne Flügel

Musik und Orig.-Text: Peter Reber
Hochdeutscher Text: Rolf Zuckowski

Wie schön, dass du bei mir bist,
du, mein Lebenselexier.
Ich wär ja so verloren,
was würde wohl aus mir?

Ein Vogel ohne Flügel,
ein Fisch, der nicht mehr schwimmt,
ein Boot ohne Segel,
das kein gutes Ende nimmt.

Du teilst mit mir das Leben,
und wir gehn als Frau und Mann
unsern Weg zu Ende,
der so wundervoll begann.

Mit dir kann ich mich streiten,
weil du so schön vergeben kannst
und in unsern besten Zeiten
mit mir hinauf zum Himmel tanzt.

Ich wär ein Vogel ohne Flügel ...

Wie schön, dass du bei mir bist ...

Ein Vogel ohne Flügel ...

Du teilst mit mir das Leben ...
... unsern Weg durchs Leben,
wir zwei als Frau und Mann.

Verlag: LITON MUSIKVERLAG

In all den Jahr'n

Es vergeht kaum noch ein Tag, an dem mich nicht eine junge Frau (immer öfter auch ein junger Mann) auf ihre Kinderzeit mit meinen Liedern anspricht. Welch ein Glück, in so viele erinnerungsglückliche Augen zu schauen, so viele Einblicke in musikerfüllte Lebensläufe zu erhalten und so viele Worte der Dankbarkeit zu hören. Auf der Originalaufnahme von "Ein Lied für Tweety" (1982) aufbauend, hat Dieter Faber ein wunderbar satt dahin groovendes Arrangement erarbeitet. Dass es einen aktuellen Text zu diesem Lied gibt, verdanke ich meinem Sohn Alexander ("... das ist eine deiner stärksten Melodien, darauf musst du noch mal einen neuen Text machen"). Den Auslöser gab im Frühjahr 2011 eine Verkäuferin im Souvenir-Shop des Berliner Hauptbahnhofs ("... darf ich Sie mal drücken? Sie glauben ja nicht, wie viel Sie mir und meiner Familie mit ihrer Musik bedeuten."). Auf der Zugfahrt zurück nach Hamburg entstanden die ersten Zeilen des neuen Textes. Der Rest entwickelte sich im Sylter Nordseewind, wo mich im Frühsommer 2011 ein kräftiger Schreibschub packte.

Gib mir mehr davon

Seit 1975 begleitet mich dieser Song. Er wurde ursprünglich von dem Münchener Soul-Sänger Mario Lehner aufgenommen und lief seinerzeit im Radio rauf und runter. Mario konnte die von ihm besungene Lebensreise leider nicht vollenden, er starb im Februar 2010 mit 59 Jahren. Für mich blieb dieser Song immer ein treuer Begleiter durch die Jahrzehnte. Oft habe ich ihn auf der Bühne gesungen, am liebsten beim Soundcheck (im Wechsel mit "Some Broken Hearts" und "Eve Of Destruction"). Ich bin Michael Kunze, dem Großmeister der deutschen Textdichter, dankbar für die Erlaubnis, seinen Text an mein bisher gelebtes Leben anpassen zu dürfen. Bleibt mir nur noch zu wünschen, dass ich die Gelegenheit für ein zweites Remake erhalte, mit Blick auf die 80er Lebensjahre...

Für dich

Dieses Lied entstand im Sommer 2005, knapp ein Jahr nach dem Tod meiner Mutter. In einem unser Gespräche vor ihrem Lebensende hatte sie mir leise ins Ohr gesagt: "Auch Eltern werden groß, man hat sie lieb und lässt sie los". Ich habe diesen Satz, ihren letzten klugen Rat, erst nach und nach richtig verstanden. Bei einem Strandspaziergang auf Sylt konnte ich ihn, mit dem Gefühl einer inneren Befreiung, in diesem Lied umsetzen. Die Einleitungsmelodie greift ein Thema aus dem Lied "Einen Schritt voraus" auf. Einen lieben Menschen, allemal die Mutter oder den Vater, loszulassen, fällt zunächst unsäglich schwer. Trauer braucht ihre Zeit. Was lebendig bleiben kann, ist ein inneres Beisammensein auf einer neuen, höheren Ebene. So möge dieses Lied auch für andere ein tröstlicher Wegbegleiter werden, auf dem Weg heraus aus der Trauer.

Mein Fluss

Seit meinem 63. Geburtstag kenne ich sie von der Quelle bis zur Mündung: Meine Elbe. Von ihrer Kinderstube im tschechischen Riesengebirge bis zu ihren letzten Spuren im Nordseewatt bei der Hamburger Insel Neuwerk entfaltet sie ihre ganze Persönlichkeit in unendlich vielen Farben und Facetten. Der Fluss eine Persönlichkeit? Ja! Nur mit diesem Bewusstsein können wir dem gerecht werden, was Flüsse uns geben, womit sie uns bereichern. Die Elbe muss damit leben, nach kurzer Freiheit unterhalb der Schneekoppe vielfach aufgestaut zu werden, geliebt, besungen, gebraucht, benutzt. Hinter Décin fließt sie (wie kein anderer mitteleuropäische Fluss) über 600 Kilometer wieder frei, bis Geesthacht. Sie schlängelt sich durch Landschaften, die sie über Jahrtausende selbst geschaffen hat, durch atemberaubende Gebirgseinschnitte, ursprüngliche Auenwälder, letzte Naturparadiese, strömt vorbei an Ufern, die der Mensch ihr abgerungen hat, vom Weinbau bei Meißen bis zum Welthafen Hamburg und den Deichen der Marschlande. All das ist "Mein Fluss" und noch viel mehr und für viele andere Elbfreunde. Die Elbe ist nicht mehr bedrohliche, todbringende Grenze zwischen Ost und West, sondern ein uns friedlich verbindendes blaues Band. Welch ein Geschenk, welch große Verpflichtung für unsere Generation zum Segen aller, die uns folgen werden.

LINKS UND TIPPS zu diesem Artikel
www.elbkinderland.de
www.musik-fuer-dich.de/elbtagebuch

Willkommen im Zirkus

Der Zirkus heißt "Wallstreet". Auf welchen Umwegen ich zu diesem Text kam, ist schon aberwitzig. Einige Monate vor der berühmten Heuschrecken-Rede von Franz Müntefering (2005) hatte ich auf diese Melodie im Reggae-Groove ein Lied über global vagabundierendes Geld und den globalen Raubtierkapitalismus geschrieben. Münte kam mir dazwischen, ich wollte mit meinem Song nicht als Trittbrettfahrer seiner Aufsehen erregenden Gedanken gelten. Dazu kam, dass ich mit dem heiklen Balance-Akt zwischen Ironie und Betroffenheit in meinem Text nicht ganz glücklich wurde. Die Melodie aber lief mir hinterher, das Thema ging mir nicht aus dem Sinn. Mit dem Schlagwort "Finanzjongleure" kam in der sich immer neu aufschwingenden Börsenkrise das Bild vom Zirkus in meinen Kopf. Der Text wurde schließlich weit über die Finanzwelt hinaus zur Parabel auf Abenteurer in vielen Lebensbereichen. Man mag sich beim Anhören der deftigen Zirkusmusik gern auch in eine echte Manege hineinträumen – für mich heißt der Zirkus immer noch "Wallstreet".

Hier ein Ausschnitt aus meinem Urtext:

Giganten sind herzlos,
der Hammer fällt kurz und schmerzlos,
ohne Gefühle verfolgen sie ihre Ziele.
Giganten sind mächtig,
die Größe macht stolz und prächtig,
aber sie scheinen
blind zu sein für die Kleinen.

Sie haben den Segen
all der großen Strategen,
mit Bullen und Bären,
ihre Macht zu vermehren,
von Riesen umgeben
immer höher zu streben,
von Zahlen besessen,
die Menschen vergessen.
Giganten sind herzlos ...

Ein Lächeln

Mitgefühlt, mitgelitten, mitgehofft. Jede Beziehung, jede Partnerschaft, jede Ehe hat ihre Aufs und Abs, Höhenflüge und Krisen. Dass gerade in der Krise auch eine Chance für das Miteinander liegen kann, mag man nicht glauben, solang man mittendrin steckt. "Ein Lächeln wär schon viel ...", diese Zeile deutet die Hoffnung auf so eine Chance an. Ich bin dankbar für das Lebensglücksgeschenk, nun schon seit über 40 Jahren mit meiner Frau verheiratet zu sein – ohne die große Krise. Umso mehr wünsche ich mit diesem Lied jenen, die sich gerade im dunklen Labyrinth der Gefühle verirrt haben, dass sie bald ihren Weg ins Licht finden, in eine von alten Zweifeln befreite Zukunft mit neuem Lebensglück.

Wenn das Jahr zu Ende geht

Als ich mir für dieses Album den Leitfaden zurecht gelegt hatte "Wovon ich noch singen wollte" oder "Was ich noch singen wollte", war mir eines ziemlich schnell klar: Eine Komposition meines Sohnes Alexander. Es gab kein langes Zögern, als er mir einen Song zum Abschluss des Jahres anbot. Er weiß, dass mir diese Tage und Stunden besonders viel bedeuten.
Manche kleine Lebensphilosophie verschafft sich in der Zeit "zwischen den Jahren" Raum gegen die Rastlosigkeit und die vielen Ablenkungen unseres Alltagslebens. Es wird ganz persönlich Bilanz gezogen, die Beziehungen zu den liebsten Menschen werden intensiver spürbar, die Dinge des Lebens auf den Punkt gebracht. All das wirkt in das neue Jahr hinein. Wie lange? Die Antwort mag sich jeder selbst geben.
Wer meine Weihnachtsalben kennt, der weiß, dass es seit 1987 eine musikalische Perlenschnur zu diesem Themenkreis gibt von "Wär uns der Himmel immer so nah" über "Das Jahr geht zu Ende", "Die Zeit der Wunder", "Der Silvesterbrief", "Der dreizehnte Monat" und "Same Procedure". Sie wird nun mit viel Seele ergänzt durch "Wenn das Jahr zu Ende geht".

Vogel ohne Flügel

Das Album klingt aus mit einer Melodie meines Schweizer Freundes Peter Reber ("Peter, Sue & Marc"), die meine Frau und mich seit langem begleitet. Peter hat es bei seiner Weltumsegelung auf dem Schiff "Cindy" in den späten 80er Jahren für seine Frau Livia geschrieben. Wir haben uns in diesem Liebeslied für Fortgeschrittene mehr und mehr wiedergefunden. Wenn man das Glück hatte, einen langen Weg von nunmehr über 41 Jahren miteinander zu gehen, festigen sich die Gedanken des intensiven Textes von Jahr zu Jahr. Noch wähnen wir uns mittendrin im Leben, aber wer weiß das schon wirklich? "Wir gehn den Weg zu Ende, der so wundervoll begann", heißt es zuversichtlich in der letzten Zeile. So wie wir es uns - nur mit anderen Worten - bei der Hochzeit versprochen haben. Möge uns noch ein langer gemeinsamer Weg mit viel Lebensfreude vergönnt sein. Ich danke Peter Reber dafür, dass ich dieses Lied, einen seiner ganz großen Erfolge, vom Schwyzerdütschen ins Hochdeutsche übersetzen durfte. Er selber spielt in der Aufnahme virtuos und auf seine unverkennbare Art das Klavier.